Wollten die uns eigentlich alle verarschen???

Nachdem wir letztes Jahr das Projekt Hochzeit erfolgreich abgeschlossen haben, fiel vor ein paar Wochen der Startschuss für unser nächstes Projekt: der Hausbau. Und damit herzlich Willkommen in einem neuen Bereich meines Blogs: Lost in Hausbau! 🙂

Die Grundstückssuche im Rhein-Main-Gebiet ist eigentlich fast ein Ding der Unmöglichkeit. Es gibt Losverfahren (schon mal nen 6er im Lotto gehabt?), Bietverfahren (für die, die Kohle zu viel haben) und natürlich auch Einzelgrundstücke, die ja dann auch erst einmal passen müssen. Nun, die Grundstückssuche braucht eben Zeit und Geduld. Das wird schon werden! 

Die letzten paar Wochen und vor allem Wochenenden standen ganz im Zeichen des Hausbaus. Um unseren finanziellen Rahmen mal beurteilen zu können, haben wir auf verschiedenen Messen viele Gespräche geführt, waren in Mannheim auf der Fertighausausstellung und heute bereits das dritte Mal in Bad Vilbel in der Fertighausaustellung, um dort noch mehr Gespräche zu führen. Und, naja, was soll ich sagen… 

Wollen die uns eigentlich alle verarschen???

Dass das Baugeschäft eine harte Branche ist, davon hat man ja schon mal gehört. Aber es ist sogar noch schlimmer, als wir es uns vorgestellt hatten. Alle (bis auf wirklich seeeeeeeehr wenige Ausnahmen) haben sich nicht nur als die Besten am Markt präsentiert (das ist ja natürlich klar…), sondern auch noch mit ausgefahrenen Ellenbogen die Konkurrenz derbe schlecht gemacht. Alle haben sie gefühlt etwas anderes erzählt. Und natürlich wollen alle, dass man einen Vertrag für den Grundstücksservice unterschreibt. Das heißt dann, dass man sich vertraglich bindet, mit Firma X zu bauen. Die suchen dann Grundstücke in den gewünschten Lagen und schlagen diese vor. Natürlich sind die Verträge mit einer Ausstiegsklausel, falls in einer bestimmten Zeit kein Grundstück gefällt. Aber sind wir mal ehrlich: ich glaube nicht, dass es so einfach ist, aus einem solchen Knebelvertrag auszusteigen… Wir werden sicher auch kein Haus kaufen, bevor wir nicht das Grundstück haben. Wir versuchen erst einmal selbst ein Grundstück zu finden. Zur Not können wir immer noch unsere Seele verkaufen. 

Apropos verkaufen… Verkaufen wollen se ja alle. Gerade heute das Gespräch war der absolute Horror und hat einen akuten Fluchtreflex bei mir ausgelöst. Letzte Woche noch war der Typ total angenehm, wir haben uns sehr gut beraten gefühlt und er hat uns eigentlich auch für das Unternehmen überzeugen können. Er wäre definitiv in der engeren Wahl gewesen. Nun wollten wir natürlich einen Preis für ein potentielles Haus erfahren, damit wir überhaupt auch abschätzen können, ob wir uns das auch leichten können bzw. möchten. Also hatten wir heute einen weiteren Termin. Er hat uns ein Konzept vorgelegt mit Grundriss, der leider nur einen von unseren Wünschen erfüllt hat. Aber zu unserer Überraschung hatte er immerhin ein konkretes Konzept. Damit hatten wir nicht gerechnet. Er kannte auch unseren finanziellen Rahmen. Die Endsumme hat uns dann erstmal von den Socken gehauen. Aber gut. Qualität hat nunmal seinen Preis. Es war auch sehr sehr viel enthalten. Allerdings muss man ja auch die Baunebenkosten im Blick haben. Wenn man die dann noch drauf rechnet, dann blieben für das Grundstück nur noch ein kleiner Betrag übrig, für den man im Rhein Main Gebiet definitv kein Grundstück bekommt, auf das das geplante Haus passt. Das hat ihn aber nicht gestört. Zu allem Überfluss war er dann auch noch sehr pushy. Denn, bedenken Sie! Die Preissteigerung steht bevor. Sie müssen sich bis Ende nächster Woche entscheiden, sonst kostet das Ganze 21.000 € mehr. Aber ich denke, Ihnen fällt die Entscheidung nicht schwer, denn Sie entscheiden sich ja für den Marktführer. 

Ja klar! Ich entscheide mich innerhalb von einer Woche für einen Anbieter, der seinen guten Eindruck verspielt hat, ein super teures Angebot vorgelegt hat, heute auch gleich den Finanzierer mitgebracht hat (!) und dann auch noch so fordernd ist und vor allem auch damit angefangen hat, die anderen schlecht zu machen (wie, es gibt noch andere Anbieter, die KFW40+ Häuser anbieten? Das glaube ich ja fast nicht…) Ja, stimmt. Die anderen bieten es vielleicht nicht standardmäßig an. Aber das zweite Angebot, welches wir heute bekommen hatten, ist trotz Mehrkosten für den Ausbau auf 40+ noch geringer als das, was er uns präsentiert hat. Bei größerer Wohnfläche… 

Fast alle wollten sie uns „unser Traumhaus“ verkaufen, obwohl wir noch kein Grundstück haben. Im Nachgang findet sich sicherlich ein Grundstück, auf das das Haus dann auch passt. Na klar! Das es die Grundstückssuche nur noch mehr erschwert, verschweigen sie natürlich alle. Wir sind eher pragmatisch. Wir möchten zuerst das Grundstück haben und dann schauen, welches Haus darauf passt. Für viele ist das nur sehr schwer zu verstehen. Klar, sie wollen ja auch unbedingt ihre Häuser verkaufen und den Abschluss machen.

Wie auch immer. Die letzten paar Wochen waren sehr anstrengend und wir haben bereits jetzt nach so kurzer Zeit „den Plan in der Tasche“: 

  • Alle wollen sie nur das eine von uns: nämlich unser Geld und den Abschluss machen
  • Dabei wird dann auch schon mal alles schlecht gemacht, was bei drei nicht auf dem Baum ist
  • Als potentieller Häuslebauer muss man aufpassen wie ein Fuchs, man darf sich niemals auf die Aussagen verlassen sondern immer noch einmal nachgooglen, mit anderen sprechen etc. 
  • Keinen Bären aufbinden lassen!
  • Grundstück am besten selbst suchen! Auch wenn die Firmen ein besseres Netzwerk haben und an andere Grundstücke rankommen. Aber auch da wollen die einen Verarschen! Sprechen von „Reservierungen“ in Neubaugebieten, bei denen die Interessentenliste wesentlich länger ist als die Anzahl an Grundstücken, die zur Verfügung stehen. Das wissen wir, weil wir uns selbst höchstpersönlich bei der Gemeinde eingeschrieben haben und mit der Dame vom Rathaus persönlich gesprochen haben. Man bekommt den Eindruck, als hätte man dann ein Grundstück sicher. Das stimmt aber absolut nicht! 
  • Viel in Foren unterwegs sein, Erfahrungsberichte anderer lesen
  • Die Augen immer offen halten, nicht einlullen lassen und alles kritisch hinterfragen… 

Wir haben jedenfalls für uns beschlossen, dass wir nun erst einmal genug Gespräche geführt haben. Wir konzentrieren uns mehr auf die Grundstückssuche. Wenn wir eines haben, dann geht es in die nächste Runde… 

Ich halte euch jedenfalls gerne auf dem Laufenden. 

Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht? 

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