Öffentliche Verkehrsmittel in Barcelona

Die Fortbewegung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Barcelona geht eigentlich sehr gut, wenn man einmal durchgeblickt hat, wie es funktioniert. Aber aller Anfang ist schwer…

Vom Flughafen zum Hotel

Der Flughafen Barcelona liegt etwas außerhalb der Stadt. Da es die günstigste Möglichkeit war, vom Flughafen in die Stadt zu kommen, beschlossen wir, die Bahn („RENFE“) zu nehmen. Diese ist vom Terminal 1 erreichbar. Landet man also am Terminal 2 (so wie wir), muss man erstmal den Shuttlebus (dieser ist kostenlos) zum Terminal 1 finden. Dieser ist zwar grundsätzlich ausgeschildert, aber nicht wirklich gut. Die Haltestelle an sich ist auf den ersten Blick auch nicht sonderlich gut zu erkennen. Am Terminal 1 ausgekommen führt der Weg zur Bahn durch eine längere Überführung direkt zum Bahnhof.

Am Ticketschalter ging das Abenteuer weiter. Zum Glück gab es eine englische Sprachoption. Hier müsst ihr ein Ticket für die Zone 1 ziehen. Am günstigsten ist das T-10 Ticket. Das ist eine 10er Fahrkarte, die man auch zu zweit nutzen kann (jeder 5 Fahrten). Diese kostet etwas über 10 Euro und ist auch für die U-Bahn gültig. So müsst ihr beim Umsteigen keine neue Fahrkarte ziehen.

Die Bahn fährt ca. alle 30 Minuten und ist nach rund 25 Minuten Fahrzeit in der Stadt. Die „Hauptumstiegs“-Bahnhöfe sind Clot, Passeig de Gràcia und Barcelona Sants. Wir mussten am Passeig de Gràcia umsteigen und erlebten die nächste böse Überraschung. Offenbar ist es in Barcelona nicht so wie in Deutschland, dass S-Bahn/ Regionalzug-Bahnhöfe direkt mit der U-Bahn verbunden sind. Im Bahnhof folgten wir der Beschilderung zur Metro und kamen irgendwann oberirdisch an einer Straßenkreuzung raus. Und hier hörte dann die Beschilderung auch schon wieder auf – es war aber weit und breit keine Metro-Station zu sehen. Um uns herum standen noch mehr verwirrte Touristen, die auch nicht wussten, wo es weiter geht. Per Zufall habe ich mit bekommen, wie ein Einheimischer einer Spanierin einen Weg beschrieben hat. Ich kann zwar kein Spanisch, aber er hat zum Glück seine Beschreibung mit vielen Gesten untermalt. Als wir dieser Beschreibung um die nächsten zwei Straßenecken folgten, kamen wir tatsächlich bei der Metro-Station raus, die wir gesucht hatten. Und diese war dann auch gleich an der ersten Sehenswürdigkeit: dem Casa Batlló.

Umsteigen für Fortgeschrittene

Glücklich darüber, endlich an unserer U-Bahn angekommen zu sein, ging es wieder mit der nächsten Verwirrung weiter: Die U-Bahnhöfe sind sehr weitläufig. Halten mehrere Linien in einem Bahnhof, so ist es in Barcelona in der Regel so, dass jede Linie ihr eigenes Gleis hat und nicht wie in Deutschland, mehrere Linien an einem Gleis abfahren. Dazu ist die Wegbeschreibung zu den Linien auch wieder sehr gewöhnungsbedürftig. Man ist es gewohnt, den Richtungsangaben zu folgen: Linie X in Richtung Y, hier entlang. Will man in die andere Richtung, ist diese auch noch mal ausgeschildert. Das ist in Barcelona anders. Da heißt es zunächst nur: Linie L4, La Pau, Trinitat Nova diese Richtung. La Pau ist die eine Endstation, Trinitat die andere. Das ist zunächst sehr verwirrend. Läuft man dann dieser Beschilderung gefühlte 5 km nach, spaltet es sich dann irgendwann wie gewohnt in die eine und die andere Richtung auf. Aber das muss man auch erstmal wissen! Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist U-Bahn-Fahren in Barcelona gar nicht schwer! In den Zügen gibt es neben der akustischen Ansage (auf spanisch und katalanisch, nicht englisch) auch eine Anzeige, auf der alle Stationen der Linie verzeichnet sind und die bereits passierten Stationen durch kleine rote Lämpchen markiert sind. Diese Anzeigen kennt man teilweise auch schon aus Deutschland. 

Wenn man den Dreh erst einmal raus hat…

Da wir nun wussten, wie das U-Bahn Fahren funktioniert, haben wir unsere Tagesausflüge teilweise mit der U-Bahn bestritten, was durch die 10er Karte T10 gar nicht so teuer ist.
Ach ja: um erstmal in die U-Bahn Station rein zu kommen, muss man entweder ein Drehkreuz oder eine Art Glastüre durchqueren. Hierfür muss man sein Ticket links in den dafür vorgesehenen Schlitz einführen und rechts durchgehen. Bei den Glastüren war es glaube ich genau anders herum.

Fazit

Leicht macht die TMB es einem nicht, aber wenn man mal den Dreh raus hat, dann ist die Metro eine sehr angenehme und günstige Art und Weise sich von A nach B fortzubewegen. Nichts desto trotz lohnt es sich auf jeden Fall, einen Plan des U-Bahn Netzes in der Tasche zu haben – dann irrt man nur halb so planlos da rum 😉 Übrigens kann man sich den Netzplan auch auf der Website des „Transports Metropolitans de Barcelona“ (kurz: TMB) downloaden: www.tmb.cat/en/home.

Viel Spaß Erfolg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Barcelona! 🙂

Den Weg zum Flughafen zurück sind wir übrigens mit dem Taxi gefahren – für die U-Bahn war es zu früh, und den ersten Bus zum Flughafen zu nehmen war uns dann doch zu heikel. Also ließen wir uns ein Taxi kommen. Der Fahrer war sogar pünktlich da, aber wie es der Zufall so wollte, wurde er natürlich auf der Autobahn geblitzt. So durften wir dann zum krönenden Abschluss unseres wirklich tollen Urlaubes auch mal eine spanische Verkehrskontrolle miterleben (worauf wir eigentlich auch gerne verzichtet hätten…). Der Fahrer hat jedenfalls nix an der Fahrt (ca. 50 Euro) verdient.

(Quelle Metroplan: www.tmb.cat/en/el-teu-transport)

 

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