Geocaching ist doof!

Geocaching kenne ich erst, seitdem ich mit meinem Freund zusammen bin. Es ist ein großes Hobby für ihn und er hat mir erklärt, wie es funktioniert. Begeistert war ich nicht. Aber als treusorgende Freundin habe ich ihn natürlich begleitet – neugierig war ich ja doch schon. Bei unserem ersten Cache war es nicht wirklich warm draußen. Wir irrten aufgrund eines sehr ungenauen GPS-Handys planlos im Wald herum, über Stock und Stein, Berg auf, Berg ab. Und immer hieß es: „hier muss es sein“. Es fing an zu regnen. Wir irrten weiter. Ich hatte das Gefühl, je höher wir kamen, desto kälter wurde es. Nach unzähligen „wir sind gleich da“s und „hier müsste es sein“s reichte es mir. Ich nörgelte so lange rum, bis wir unseren Ausflug abbrachen. Ihr kennt das vielleicht. Mein Fazit: Geocaching ist doof. Da kann ich auch ganz normal wandern gehen.

Der zweite Cache war dann mitten in einem Stadtzentrum. Den haben wir gefunden! Es war ein kleines Filmdöschen (diejenigen unter uns, die noch mit Analogkameras aufgewachsen sind, kennen diese Filmdosen noch), das mit einem Magneten an einer Stahlskulptur befestigt war. Versteckt natürlich. Diese Skulptur steht an einem zentralen Ort – Himmel und Menschen um uns rum (es war gerade Weihnachtsmarkt). Beim Geocachen muss man ja aufpassen, dass man von Muggels (Passanten) nicht gesehen und beobachtet wird. Aber: Weihnachtsmarkt = Muggel-Alarm deluxe! Das war eine Aktion dieses Ding unbemerkt aus dieser Skulptur zu bekommen, um sich dann auch so einen blöden Zettel eintragen zu können. Mehr war ja auch nicht drin – war ja ein Mikro-Cache. Mein Fazit: toll -.- suuuper spannend, man läuft da hin, es dauert ’ne Ewigkeit bis man unbeobachtet ist und dann trägt man sich auf den Zettel ein. Brauch‘ ich nicht!

Die nächsten Touren waren auch nicht viel spannender, man läuft irgendwo hin, sucht im Dreck nach ’ner Box und trägt sich ein. Ich fand es immer noch doof.

Viel spannender waren da schon die Multi-Caches, bei denen man um die nächsten Koordinaten zu bekommen ein kleines Rätsel lösen muss. Aber im Endeffekt wühlt man am Ende auch wieder nur im Dreck rum.

Gänsehautfeeling und halbe Panikattacken gab’s dann bei den Nachtcaches – abends, wenn’s Dunkel ist, alleine im Wald, Totenstille, nur das Knacken der Bäume, das Plätschern eines Baches, stock duster, nur der Schein der Taschenlampe. Ich als kleiner Schisser hab das nur gerade so überlebt. Aber es war immerhin interessanter als die bisherigen.

Schließlich dann das Schlüsselerlebnis bei unserem gar nicht so lange zurückliegenden Besuch bei Freunden in Berlin. Es war eine Caching-Tour mit Freunden unserer Freunde geplant. Ich so: „Na toll! Muss das sein?!“ -.- Mitgegangen bin ich natürlich trotzdem. Es war erstens ein Multi-Cache und zweitens ein Lost Place. Letztere haben mich seit Kindertagen schon interessiert. Es versprach spannend zu werden. Wir sind mitten in Brandenburg im Wald in einem alten verlassenen und zerfallenen russischen Stützpunkt (oder was das auch immer war) herumgestreift. Die Hinweise auf die Koordinaten des Finals, also die letzte Station, mussten wir in einem alten Bunker suchen! DAS nenne ich Geocaching! Ein Terrain, welches wir wohl sonst vermutlich nicht gefunden hätten, wenn wir einfach nur spazieren gegangen wären. Und dann war‘s dann auch um mich geschehen:

ICH WILL MEHR DAVON!!! (und drüber bloggen ^^)

Posted in Wanderungen & Geocaching.

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